Mediation – Die andere Art der Konfliktbewältigung

Mediation bedeutet wörtlich übersetzt: „Vermittlung“. Vermittelt wird durch einen „Mediator“ zwischen zwei oder mehr Beteiligten, die einen bisher nicht zu lösenden Konflikt miteinander haben.

Diese Klärung des Streitfalls erfolgt außergerichtlich mit den Beteiligten und der Unterstützung eines unparteilichen Dritten, dem Mediator.
Gemeinsam werden von den Beteiligten in einem besprochenen Ablauf Lösungen für den bestehenden Konflikt erarbeitet, die von beiden Kontrahenten getragen werden und als Gewinnlösung bewertet werden. Der Mediator strukturiert das Verfahren, die Parteien entwickeln ihre Lösungen selbst. Es wird sich herausstellen, dass es bei den Lösungen nicht um ein entweder/oder geht, sondern ein sowohl/als auch möglich ist.

Während des Gesprächsverlaufs werden die strittigen Themen und Streitpunkte identifiziert. Es wird herausgearbeitet, welches die wirklichen Interessen der Beteiligten sind und welche Bedürfnisse sich hinter den Haltungen und vertretenen Positionen verbergen.

Die Lösungen sind gerade vor diesem Hintergrund zukunftsorientiert, nachhaltig und tragfähig und sie werden am Ende der Mediation in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.

Mediation funktioniert nur, wenn beide Parteien freiwillig teilnehmen, ein Interesse daran haben eine Lösung zu finden, da sie z.B. nach einer Trennung gemeinsam sorgeberechtigt sind, weiterhin miteinander arbeiten oder nebeneinander wohnen wollen.
In der Mediation werden durch den Mediator Erkenntnisse der Konflikt- und Kommunikationstheorien eingesetzt, er achtet im besonderen auf einen wertschätzenden Umgang miteinander, so dass keiner der Beteiligten sein Gesicht verliert und sie sich in Zukunft weiter begegnen können.

Wie geht Mediation?

Mediation wird in der Regel in Form mehrerer Termine von jeweils 1 1/2 Stunden durchgeführt. Die Dauer einer Mediation ist abhängig von der Anzahl der Konfliktbeteiligten, dem Umfang des Konfliktes oder der Anzahl der Konfliktthemen. Die Kosten für die Mediation werden in der Regel von beiden Parteien in gleichem Maße getragen.
In einem Vorgespräch wird geklärt, welche Vorteile für den bestehenden Konflikt ein Mediationsverfahren haben kann. Alle Konfliktbeteiligten werden in gleichem Maße informiert.
Das Mediationsverfahren erfolgt in mehreren Phasen, durch die Sie der Mediator kompetent führt. In der

  • Phase 1: wird eine kurze schriftliche Vereinbarung über die durchzuführende Mediation, den vermuteten Umfang und die sonstigen Modalitäten, wie Kosten und Zahlungsweise getroffen. Es werden noch offene Fragen zur Mediation besprochen, hierbei erläutert der Mediator Rahmenbedingungen, die Voraussetzung der Freiwilligkeit und die Bereitschaft sich auf die Klärung einzulassen.
  • Phase 2: hier erfolgt jetzt eine Bestandsaufnahme. Die zu bearbeitenden Themen, die Konfliktfelder werden gesammelt. Jeder Einzelne legt seine Sicht des Konfliktes dar, zunächst ohne eine direkte Stellungnahme des Anderen. Ziel ist eine ungestörte Möglichkeit sein/ihr Erleben der Situation schildern zu können. Der Mediator fragt nach, um für sich (und damit auch für den anderen Konfliktpartner) Klarheit über das Geschilderte zu erlangen.
    Am Schluss dieser Phase verfügen alle Beteiligten über den gleichen Informationsstand, die Gefahr von Missverständnissen wird minimiert.
  • Phase 3: jetzt erfolgt die Bearbeitung des ersten Konfliktes Was ist Jedem wirklich wichtig??. Es wird erarbeitet, welche Interessen hinter den zunächst geäußerten Positionen stehen. Welche Bedürfnisse sind nicht erfüllt (worden)?
    Erfolgreich kann zur nächsten Phase übergegangen werden, wenn jeder der Beteiligten die Beweggründe des Anderen nachvollziehen und die Gründe dessen Verärgerung verstehen kann.
  • Phase 4: In dieser Phase erarbeiten die Beteiligten Lösungsoptionen. Diese werden ausschließlich von ihnen bewertet und hinsichtlich des bisher Erarbeiteten und der Durchführbarkeit überprüft. Aufgabe des Mediators ist es, die Beteiligten in der Kreativität der Ideenfindung zu unterstützen. Schließlich werden in der
  • Phase 5: die verabschiedeten Vereinbarungen schriftlich fixiert.

Rolle des Mediatiors

Der Mediator/die Mediatorin ist eine neutrale Person, die Konfliktpartner begleitet, selbst Lösungen für ihre Konflikte zu erarbeiten. (s. Phasendarstellung).
Er verfügt über eine umfangreiche Mediationsausbildung und ist geschult im Einsatz kommunikationsfördernder und konfliktlösender Vorgehensweisen. Er soll die Beteiligten darin unterstützen und befähigen, selbst Lösungen zu finden.

Der Mediator ist immer allparteilich, neutral, zuständig für den Verlauf des Klärungsverfahrens, nicht für die Inhalte. Er sorgt für eine konstruktive Atmosphäre, zielstrebiges Bearbeiten und einen wertschätzenden Umgang (Einhalten von zuvor verabredeten Gesprächsregeln z.B.) der Konfliktkontrahenten.
Der Mediator ist interessenneutral und unbefangen den Beteiligten und dem Streitgegenstand gegenüber.
Vertraulichkeit und Verschwiegenheit aller Beteiligten ist Voraussetzung der Mediation.

Rolle der Medianten

Freiwilligkeit ist das oberste Prinzip der Medianten. Nur dann kann von einer Bereitschaft ausgegangen werden, Konflikte wirklich lösen zu wollen.
Bereitschaft den erlebten Konflikt darzustellen und Offenheit, die für die Klärung des Konfliktes notwendigen Informationen einzubringen sind weitere wichtige Voraussetzungen für das Gelingen einer Mediation.
Wurde auch von den Kontrahenten Vertraulichkeit und Verschwiegenheit vereinbart, so gilt es dies einzuhalten.
In der Phase der Entwicklung von Lösungsoptionen ist dem Ideenreichtum der Beteiligten keine Grenze gesetzt. Die Kreativität der Beteiligten ist gefragt, um Lösungen zu erarbeiten, die zukunftsorientiert und tragfähig sind.

Vorteile der Mediation

Konflikte und Streit gibt es in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Und dies immer wieder und meist immer schlimmer.
Beim Plan, sich sein Recht vor Gericht zu erstreiten, gibt es nach langer Wartezeit, Kosten und Verhandlung, nach der Entscheidung des Richters einen Sieger und einen Verlierer.
Nicht so in der Mediation:

Zeit
Sie möchten einen Konflikt mit Ihrem Kontrahenten schnellstmöglich klären, so kann sehr kurzfristig ein Termin abgesprochen werden. Es entstehen keine Wartezeiten. Eine Lösung kann innerhalb weniger Tage oder Wochen, je nach Umfang, erarbeitet werden.
Kosten
In der Mediation wird kein „Streitwert“ zugrunde gelegt, es fallen keine Gerichtskosten an. Sie bezahlen jede Mediationssitzung, so wie vorher festgelegt und keinen Cent mehr. Sie können also genau kalkulieren, welche Kosten auf Sie zukommen.
Vertraulichkeit
Die Gesprächsinhalte der Mediation werden absolut vertraulich behandelt. So gelangen keine Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Informationen an die öffentlichkeit
Beziehung
Langjährige Kontakte im Beruf, in der Familie, Partnerschaft, Nachbarschaft sollen, vielleicht unter anderen Bedingungen fortgeführt werden. In der Mediation wird die Konfrontation und Polarisierung der Beteiligten abgebaut. Sie lernen die wirklichen Interessen des anderen kennen und können ihn/sie besser verstehen. So gelingt es eine Lösung zu erarbeiten, bei der beide ihr Gesicht wahren können und sich zukünftig wieder begegnen können. Kontakte bleiben erhalten, Beziehungen werden wieder hergestellt oder neu gestaltet.
Nachhaltigkeit
Sie als Beteiligte erarbeiten unter der Begleitung des Mediators die Lösung. Es sind Ihre Ideen, die auf Machbarkeit und Umsetzbarkeit überprüft werden.
Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer, die Erfolgsquote liegt bei 80-90%. Die Lösungen sind zukunftsorientiert, da selbst erarbeitete Konfliktlösungen sicherer und tragfähiger sind, als Fremdentscheidungen, z.B. durch einen Richter.
Kontrolle
Sie haben die Kontrolle des Mediationsverlaufes in der Hand. Ohne Ihr Einverständnis und Ihre Bereitschaft mitzuarbeiten passiert gar nichts. Sie entscheiden über den Ablauf und den Inhalt des Verfahrens und über weitere Vereinbarungen und die Umsetzung Ihrer Ergebnisse. Die Mediation kann jederzeit von einem/r Beteiligten beendet werden.